KI zur Potentialentfaltung der Wirtschaft

KI zur Potentialentfaltung der Wirtschaft

29. September 2025 Allgemein 0

KI zur Potentialentfaltung in der Wirtschaft

Wenn KI die Lösung ist, was ist die Frage?

In einer Zeit, in der technologische Entwicklungen rasant voranschreiten, stellt sich die drängende Frage nach der Rolle des Menschen in einer von Künstlicher Intelligenz (KI) geprägten Zukunft. Die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts sollte nicht von Künstlicher Intelligenz gesteuert werden, sondern von Unternehmerinnen, Unternehmern und unternehmerisch denkenden Mitarbeitenden, die ihre Fähigkeiten und die Möglichkeiten der KI gezielt nutzen. KI sollte Mitarbeitende nicht ersetzen, sondern als Werkzeug zur Potentialentfaltung, zur Erweiterung der Fähigkeiten und des Handlungsraums dienen.

Fundierung des Leitbilds

Für Organisationen bedeutet das: Erfolg entsteht nicht länger aus Effizienzmaximierung allein, sondern aus der gezielten Kultivierung eines Entrepreneurial Mindset zur Freisetzung von Potentialen. Die Führungskraft der Zukunft steuert nicht mehr nur Prozesse und Systeme, sondern schafft Rahmenbedingungen, in denen Mitarbeitende und KI gemeinsam neue Lösungen entwickeln (können).

Unser IEB-Ansatz basiert auf dem Konzept der „Zentauren“ – Mensch-KI-Teams, die menschliche Intuition mit maschineller Rechenleistung verbinden und dabei sowohl den stärksten Großmeistern als auch Supercomputern überlegen sind. Wir sehen darin das Symbol für die nächste Epoche der Arbeit: nicht Mensch gegen Maschine, sondern Mensch mit Maschine. In unserer Vision werden Unternehmen zu Lernräumen, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch intelligente Systeme neue Kompetenzen entwickeln und innovative Arbeitsfelder schaffen können.

Vor kurzem haben wir ein Leitbild für eine KI-augmentierte Wirtschaft veröffentlicht. Dieses ist für uns mehr als eine theoretische Abhandlung – es bildet das Fundament unserer Arbeit am IEB. Wir übersetzen die Vision der humanistischen KI in konkrete Angebote und Lösungen, die Organisationen dabei unterstützen, das Potential der KI-Augmentierung zu erschließen und ihre Mitarbeitenden aktiv mitzunehmen. Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der individuelle Transformation, organisationale Veränderung und gesellschaftlichen Wandel miteinander verbindet.

Wie kann ein Unternehmen sich für die Zukunft fit machen?

1. Orientierung über Tech-Trends

Der Blick nach vorn verhilft zu den richtigen strategischen Entscheidungen im hier und jetzt. Mit unseren Schlüsselfaktoren KI und Digitalisierung haben Sie die Trendentwicklungen der Technologien im Blick: Welche Technologien sind relevant für Ihr Geschäftsmodell? Welche Trends könnten für Sie neue Wirkungs- und Ertrags-Potenziale bieten oder bestehende Praktiken verändern? In gemeinsamer Arbeit entsteht ein Zukunftsbild, welches durch die Diversität der Quellen aus Wissenschaft, Marktbeobachtung und interner Erfahrung einen Kompass für den Wandel stellt.

2. Klarheit zur Strategie der KI-Entwicklung

Mit der seit den 1950er-Jahren weiterentwickelten Methode der strukturierten Reifegradanalyse und Augmentierungspotentialbestimmung lässt sich eine systematische Verortung der organisationalen Strukturen und Fähigkeiten zur KI-Augmentierung erfassen: Wo stehen Sie? Welche Systeme, welche Daten, welche kulturellen Muster blockieren oder beflügeln die Potentialentfaltung der Mitarbeitenden? Im Dialog mit Schlüsselpersonen entstehen so belastbare Analysen, die nicht nur Orientierung bieten, sondern Entscheidungssicherheit schaffen.

Für die Erstorientierung melden Sie sich bei max.senges@ieb.net

3. Early Adopter an der Front für KI-Transformation

Doch eine Vision allein genügt nicht, sie muss in Handlung überführt werden. In konkreten Use Cases, die wir im Dialog mit der Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden identifizieren, erproben wir, wie KI schon heute dazu beitragen kann, Rollen aufzuwerten und wirtschaftliche Chancen zu erschließen. Gemeinsam mit einem unserer Kompetenzpartner auf technischer Ebene – der KI-Werkstatt der Hochschule für Technik und Wirtschaft – bringen wir gezielte Unterstützung ein: Administrative Lasten werden automatisiert, um Räume für Weiterbildung, Exploration, Experimente und Innovation sowie für empathische Führung und Co-Kreation zu schaffen.

4. KI-Transformation in der breiten Mitarbeitendenschaft ermöglichen

Neben Strategie, positiver Beispiele und Personen, die sich mit der Technologie beschäftigen, muss ein Unternehmen alle Mitarbeitenden mitnehmen. Dazu bieten wir Ihnen Weiterbildungsmodelle, die vom üblichen Frontalunterricht abweichen. KI-Technologie muss erlebbar gemacht werden, um sie nachhaltig zu verstehen. Wir setzen bei unseren Digitalführerscheinen (z. B. für Produktionsmitarbeitende) und KI-Führerscheinen auf Vermittlung eines Grundverständnisses mit viel Praxis. Diese Praxis wird gefestigt durch Peer-Learning-Modelle, die wiederum als Netzwerk für die weitere nachhaltige Einführung als Basis dient.

Daneben besteht mit unserem B-CoLab-Angebot ergänzend zu den oben beschriebenen Leistungen die Möglichkeit, gemeinsam mit talentierten Studierenden neue Anwendungsfälle zu identifizieren und bestehende KI-Lösungen weiterzuentwickeln. So entstehen praxisnahe, kreative Impulse, die direkt ihre Wirkung entfalten und gleichzeitig neue Talente und damit potentielle Verstärkung für ihre Teams einbinden.

Lesen Sie eine Unternehmensgeschichte.

5. Unternehmensweites Netzwerk für nachhaltige Entwicklung

Ein unternehmensweites Netzwerk, das auf Vertrauen und Peer-Learning-Modellen fußt, wächst mit der Zeit zu einem aktiven Forum für den Austausch über KI zusammen. Es entstehen informelle Lerngruppen wie Stammtische oder themenspezifische Gruppen, in denen Mitarbeitende die Möglichkeit zum konkreten Ausprobieren erhalten. Darüber hinaus gibt es 1:1-Coachings für die konkrete Praxis, für KI-Augmentierer-Rollen und für die Umsetzung von Use Cases. Die Möglichkeiten sind vielfältig und sollten der jeweiligen Unternehmenskultur angepasst sein. Sicher ist, dass ein gezielt geförderter Austausch Kräfte und Ergebnisse freisetzt, die für die KI-Transformation genutzt werden sollen.

Organisationen, die wir auf diese Art begleiten, transformieren sich selbst Sie entwickeln die Fähigkeit, kontinuierlich wirtschaftliche Potentiale zu erkennen und zu heben. Nicht jeder Prozess muss von allen optimiert werden, aber alle Mitarbeitenden sollten die Chance bekommen, mitzudenken und sich gestaltend einzubringen.

Wenn Sie Interesse haben, ein gemeinsames Projekt zu Potentialentfaltung und Künstlicher Intelligenz aufzugleisen, schreiben Sie uns eine Mail.

Zitiervorschlag: 

Senges, M., Ilves, M., Gürtler, D., Dolderer, M. (2025) KI zur Potentialentfaltung – Ein sozio-ökonomisches Leitbild für ein humanistisches KI-Zeitalter; Institute of Electronic Business, UdK Berlin. Auf SSRN: https://ssrn.com/abstract=5501838

Bibliographie

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Dirk Baecker (2007). Studien zur nächsten Gesellschaft.

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Detlef Gürtler und Max Senges (2025) das Gute unternehmen, SubStack

Detlef Gürtler (2001). Die Humane Revolution, DVA

Melvin Kranzberg: Technology and History: ‘Kranzberg’s Laws’. Technology and Culture. 27 (3), 1986, S. 544–560.

John Markoff (2016) Machines of loving grace: The quest for common ground between humans and robots. HarperCollins Publishers,

Mollick, E. (2024). Co-intelligence: Living and working with AI. Penguin.

Howard Rheingold (2012) “Mind Amplifier: Can Our Digital Tools Make Us Smarter?”, TED Books

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