Kompetenz für digitale Kooperation im Mittelstand

Nahezu 50% der nationalen Bruttowertschöpfung werden durch den Mittelstand generiert.

Rund 70% aller Arbeitnehmer sind im Mittelstand beschäftigt.

Etwa 80% aller Auszubildenden werden im Mittelstand ausgebildet.

99,7% aller Unternehmen gehören zum Mittelstand.1



Aktuelles


BMI-Projekt: neuer Personalausweis

Mit der Einführung des neuen Personalausweises steht ab November 2010 ein Hilfsmittel zur Verfügung, das für unterschiedlichste Anwendungen im Unternehmen eingesetzt werden kann. Durch seinen integrierten Speicherchip und die digital vorgehaltenen Inhaberdaten kann der neue Personalausweis insbesondere die innerbetriebliche Zusammenarbeit und unterschiedlichste Geschäftsprozesse von der Warenbeschaffung bis hin zum Warenabsatz über das Internet signifikant verbessern. Dies ist speziell für den mittelständischen Handel, u.a. aufgrund der dortigen, typischerweise hohen Arbeitsintensitäten, von großer Bedeutung.

 

Die Potenziale des neuen Personalausweises sind in der mittelständischen Handelslandschaft bis dato jedoch kaum bekannt. An dieser Stelle setzt das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Konzeption für ein Qualifizierungsprogramm zur Gewinnung von mittelständischen Unternehmen für den Einsatz des neuen Personalausweises“ des IEB im Auftrag des Bundesministeriums des Innern an: Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Schulungsprogramms, welches mittelständische Handelsunternehmen über die funktionalen Potenziale des neuen Personalausweises informiert und ihnen dessen Integration in die betriebliche Praxis ermöglicht. Eine zentrale Projektaufgabe besteht in der Erarbeitung wirtschaftlich sinnvoller Einsatzmöglichkeiten des neuen Personalausweises im Handel und der anschließenden Definition typischerweise zu erwartender Einsatzmöglichkeiten. Die Erarbeitung der Einsatzmöglichkeiten wurde auf Basis einer detaillierten Analyse der zentral koordinierten und offenen Anwendungstests des Bundesministeriums des Innern, einer Inhaltsanalyse des digitalen Raums und anhand qualitativer Anwenderinterviews vollzogen.

 

Die anschließende Definition typischerweise zu erwartender Einsatzmöglichkeiten wurde durch ein Sachverständigengremium im Rahmen eines eintägigen Workshops am 12. Mai 2010 im Ludwig-Erhard-Haus in Berlin vorgenommen. Der Einladung des IEB folgten rund 20 Experten aus Forschung, Politik und Wirtschaft und diskutierten die Nutzenpotenziale des neuen Personalausweises für den mittelständischen Handel. Vertreten waren u.a.: ADP Employer Services GmbH, Init AG, Bundesdruckerei GmbH, D-Trust GmbH, Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V., Bundesministerium des Innern, Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme (Fokus), TU Berlin, FDP und Oskar Böttcher GmbH & Co. KG.


Mittelstands-Whitepaper zur Digitalen Kommunikation


„Digitale Kommunikation in offenen Kommunikationsstrukturen“ – so lautet das Thema des zweiten Whitepapers des Competence Centers „Digitaler Mittelstand“ am IEB. Das Paper behandelt Grundlagen, Nutzen und Barrieren in der mittelständischen Dienstleistungsökonomie. Lesen Sie mehr.

 

Kontakt: Prof. Dr. Walter Gora, Christian Wissing




In Anbetracht dieser immensen volks- und betriebswirtschaftlichen Bedeutung ist der Mittelstand als das Rückgrat der sozialen Marktwirtschaft zu bezeichnen. Dieser Sachverhalt unterstreicht die Dringlichkeit aktueller Herausforderungen der mittelständischen Unternehmenslandschaft:

So verfügt der Mittelstand tendenziell über stark eingeschränkte finanzielle Ressourcen und sieht sich immensen Einschränkungen hinsichtlich der Kapitalbeschaffung konfrontiert. In enger Korrelation dazu ist festzustellen, dass die Mittelstandselite hochinnovativ agiert – die breite Masse jedoch Verbesserungspotenziale in der systematischen Forschung und Entwicklung aufweist.

Ebenso zeigen sich Defizite im Human Ressources Management: So ist zu konstatieren, dass mehrheitlich eine im Vergleich zu Großunternehmen geringere Personalmarktattraktivität gegeben ist und somit Engpässe in der Personalrekrutierung bestehen.

Weitere Optimierungsmöglichkeiten gibt es in den Bereichen Strategie und Marketing. Gerade bei der Strategiearbeit wird oftmals stark generisch vorgegangen; Strategiepläne sind häufig nur in Fragmenten zu erkennen.

Ebenso lassen sich Optimierungspotenziale bei der Aufbau- und Ablauforganisation identifizieren. So sind gering ausgeprägte Arbeitsteilungsmodelle und relativ hohe Arbeitsintensitäten festzustellen.



Der Competence Center Digitaler Mittelstand Ansatz:

Die Innovationsfähigkeit mittelständischer Unternehmen ist in Deutschland die wichtigste Ursache für Wachstum und Wettbewerbsstärke. Innovative Produkte, Dienstleistungen und Prozess entstehen aber weder zufällig noch von selbst. Vielmehr gelingen erfolgreiche und schlussendlich lukrative Innovationen nur auf Basis intelligenter Geschäftsstrategien, qualifizierter und motivierter Mitarbeiter, stimmiger politischer Rahmenbedingungen sowie moderner und leistungsfähiger Informations- und Kommunikationstechnologien.

 

Allerdings weisen gerade Electronic Business sowie digitale Kommunikation und Kooperation in mittelständischen Unternehmen bisher immer noch eine deutlich geringere Durchdringung auf, als in Großunternehmen. Die damit verbundenen Herausforderungen sind Gegenstand des neu gegründeten Competence Centers Digitaler Mittelstand (CC-DM). Dieses steht unter der Leitung von Prof. Dr. Walter Gora für die anwendungsnahe und interdisziplinäre Erforschung:

 

  • wie mit Hilfe von digitalen (Kommunikations-) Strukturen verstärkt unternehmensübergreifende Ansätze zur Forschung und Entwicklung sowie zur Zusammenarbeit und Kooperation im Mittelstand erreicht werden können,
  • wie mittelständische Kooperationsansätze zu analysieren und zu bewerten sind,
  • welche strukturellen Defizite im Mittelstand bestehen und diese durch digitale Kommunikation und Kooperation abgebaut werden können,
  • wie adäquate Kommunikationsformen und –systeme zu gestalten sind.


1IfM Bonn; Sekundärquelle: BMWI Dokumentation 561: Der Mittelstand in der Bundesrepublik Deutschland; 2007; S. 16



Kontakt

Prof. Dr. Walter Gora (goraieb.net)





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