Mit der Einführung des neuen Personalausweises steht ab November 2010 ein Hilfsmittel zur Verfügung, das für unterschiedlichste Anwendungen im Unternehmen eingesetzt werden kann. Durch seinen integrierten Speicherchip und die digital vorgehaltenen Inhaberdaten kann der neue Personalausweis insbesondere die innerbetriebliche Zusammenarbeit und unterschiedlichste Geschäftsprozesse von der Warenbeschaffung bis hin zum Warenabsatz über das Internet signifikant verbessern. Dies ist speziell für den mittelständischen Handel, u.a. aufgrund der dortigen, typischerweise hohen Arbeitsintensitäten, von großer Bedeutung.
Die Potenziale des neuen Personalausweises sind in der mittelständischen Handelslandschaft bis dato jedoch kaum bekannt. An dieser Stelle setzt das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Konzeption für ein Qualifizierungsprogramm zur Gewinnung von mittelständischen Unternehmen für den Einsatz des neuen Personalausweises“ des IEB im Auftrag des Bundesministeriums des Innern an: Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Schulungsprogramms, welches mittelständische Handelsunternehmen über die funktionalen Potenziale des neuen Personalausweises informiert und ihnen dessen Integration in die betriebliche Praxis ermöglicht. Eine zentrale Projektaufgabe besteht in der Erarbeitung wirtschaftlich sinnvoller Einsatzmöglichkeiten des neuen Personalausweises im Handel und der anschließenden Definition typischerweise zu erwartender Einsatzmöglichkeiten. Die Erarbeitung der Einsatzmöglichkeiten wurde auf Basis einer detaillierten Analyse der zentral koordinierten und offenen Anwendungstests des Bundesministeriums des Innern, einer Inhaltsanalyse des digitalen Raums und anhand qualitativer Anwenderinterviews vollzogen.
Die anschließende Definition typischerweise zu erwartender Einsatzmöglichkeiten wurde durch ein Sachverständigengremium im Rahmen eines eintägigen Workshops am 12. Mai 2010 im Ludwig-Erhard-Haus in Berlin vorgenommen. Der Einladung des IEB folgten rund 20 Experten aus Forschung, Politik und Wirtschaft und diskutierten die Nutzenpotenziale des neuen Personalausweises für den mittelständischen Handel. Vertreten waren u.a.: ADP Employer Services GmbH, Init AG, Bundesdruckerei GmbH, D-Trust GmbH, Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V., Bundesministerium des Innern, Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme (Fokus), TU Berlin, FDP und Oskar Böttcher GmbH & Co. KG.